Symbole der Kunst

Tagespflege Göttingen: Gerade auf holländischen Gemälden des 17. Jahrhunderts sind so einige symbolische Hinweise versteckt, durch die erst viele Bildinhalte oder Bildthemen entschlüsselt werden können. Viele unserer Tagesgäste sind an Kunst- und Kulturthemen interessiert, daher lud die Verfasserin des Textes zu einem Vortrag über „Symbole in der Kunst“ ein. Anhand von Beispielen aus der Historien, Genre- und Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts lernten die SeniorInnen Symbole zu entdecken und zu interpretieren. Es gab oft Kopfschütteln und Gelächter im Publikum, denn gerade in der Genremalerei haben einige Symbole wie umgekippte Töpfe, Tabakpfeifen, Flötengläser oder Austern einen „schlüpfrigen“ Hintergrund, weshalb häufig gemalte Zimmerdarstellungen mit Gesellschaften als Bordellszenen zu interpretieren sind.

Aber auch bei den Stillleben gab es Erstaunen. So haben die SeniorInnen schnell festgestellt, dass die Blumen in einer Vase niemals zur gleichen Zeit blühen und daher nicht zusammen in einem Gefäß stehen können. Wir haben geklärt, was das zu bedeuten hat. Einem schönen Tischstillleben mit Kerze, Geige, Zitrone und wertvollem  Glas ist vordergründig nicht anzusehen, dass es den Betrachter an die Flüchtigkeit des Lebens erinnern und zu maßvollem Leben anregen soll. Denn so schnell wie eine Kerze erlischt, der Ton eines Musikinstruments verhallt und Glas zerbrechen kann, so schnell kann auch das Leben vorbei sein. Die SeniorInnen fanden es sehr spannend, was es auf Gemälden der Zeit aufzudecken gilt und wie die Menschen damals die Bilder betrachteten.

Betrugsmaschen erkennen und handeln

Tagespflege Göttingen: Immer wieder wird in den regionalen Medien vor Betrug am Telefon oder vor der Haustür mit dem Ziel, Geld oder Wertgegenstände unrechtmäßig an sich zu nehmen, berichtet. Leider werden hierfür häufig gutgläubige Senioren als Opfer ausgewählt. Wir haben daher in der Tagespflege immer wieder mit unseren Tagesgästen über diese Gefahren gesprochen. Einige unserer SeniorInnen erhielten bereits Trickanrufe. Bei einer Seniorin haben falsche Handwerker in der Wohnung sämtlichen Schmuck gestohlen.

Wir haben diese Fälle als Anlass genommen, an zwei Terminen eine Polizistin für einen Präventionsvortrag in die Tagespflege einzuladen. Diese klärte unsere SeniorInnen über sämtliche betrügerischen Tricks auf. Dabei spielte sie auch echte Telefonabschnitte vor. In einem weiteren Schritt beriet die Beamtin, welche Schutzmaßnahmen unsere SeniorInnen ergreifen können, um nicht auf Betrügereien reinzufallen. Unsere Tagesgäste hörten sehr aufmerksam zu und stellten viele Fragen. Sie sind jetzt noch einmal mehr sensibilisiert.

Ausflug in die Vergangenheit: Grenzlandmuseum Eichsfeld

Tagespflege Göttingen: Nicht weit von Göttingen entfernt verlief bis 1989 die innerdeutsche Grenze zu Thüringen. Am ehemaligen Grenzübergang Duderstadt/Worbis befindet sich seit 1990 in einem historischen Gebäuden das Grenzlandmuseum Eichsfeld, dem wir neulich einen Besuch abgestattet haben. In der Dauerausstellung wurden wir über die Geschichte der Teilung Deutschlands von 1945 bis 1990 informiert. Wir erfuhren etwas über das Grenzregime der DDR, das Leben an der Grenze, Zwangsaussiedlungen, Fluchten und die friedliche Revolution. Viele originale Objekte, Dokumente und Fotografien luden uns zu Auseinandersetzungen mit den Themen ein.

Einige unserer Tagesgäste konnten von eigenen Erfahrungen berichten. So entdeckte z. B. eine Seniorin ganz aufgeregt einen Spiegel mit Stab. Sie erzählte uns, dass mit einem ähnlichen auch bei ihr beim Grenzübergang unter das Auto geschaut wurde. Wir fanden die Ausstellung sehr beeindruckend. Insgesamt hielten wir uns zwei Stunden in den Räumen auf. Die Außenanlage konnten wir daher nicht mehr ansehen. Zum Mittagessen sind wir zu McDonalds gefahren, da einige unserer Senior*innen noch nie dort gegessen hatten. Sie können jetzt mitreden. Aber das nächste Mal kann es gerne wieder ein „richtiges“ Restaurant sein.

Zu viele Gedanken

Tagespflege Göttingen: Wir haben das Glück, dass es in Göttingen viele Sammlungen gibt, die zur Universität gehören. Viele von ihnen sind bereits im 18. Jahrhundert angelegt worden. Einige sind zugänglich, andere dürfen nur zu Forschungszwecken genutzt werden. In der Vergangenheit haben wir mit unseren Tagesgästen schon so manche Sammlung besucht, denn unsere Senior*innen haben ein großes Interesse an kultur- und wissenschaftlicher Vergangenheit. Bei Recherchen sind wir auf die anthropologische Sammlung gestoßen, in der wir noch nicht gewesen waren. Es ist eine jüngere Sammlung, deren Grundstock in den 1950er Jahren liegt. In den Räumlichkeiten sind archäologische Skelette, histologische Präparate, Mumien und pathologische Präparate zu besichtigen.

Bei uns im Team fing fing das große Grübeln an: Können wir das unseren Senior*innen zumuten? Schließlich kommen wir dem Thema Tod sehr nahe. Was kann das denn alles auslösen? Wir haben hin und her überlegt und Meinungen ausgetauscht. Schließlich sind wir auf die einzig schlüssige Lösung gekommen: Warum fragen wir nicht einfach unsere Tagesgäste? Und siehe da, nachdem wir erklärt haben, was uns in der Sammlung erwartet, reagierten sie so interessiert, wie auch bei den anderen Sammlungen. Wir hatten uns Gedanken gemacht, die unseren Tagesgästen gar nicht durch die Köpfe gingen. Vor Ort hat uns dann die Leiterin ganz hervorragend alles erklärt. Mit Begeisterung, aber auch mit Respekt, haben sich unsere Tagesgäste alles angesehen. Viele Fragen wurden gestellt. Es war alles wie immer. Tja, manchmal machen wir uns wohl zu viele Sorgen.

Bilder konnten wir in der Sammlung nicht machen. Das verstehen wir aber auch.

Neujahrsempfang in Göttingen

Tagespflege und betreutes Wohnen Göttingen: Nach einem erfolgreichen Abschluss des Jahres mit einem Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfeiern und Silvesterparty haben wir bei einem Neujahrsempfang das neue Jahr eingeläutet. Zusammen haben wir mit einem Glas Sekt oder Saft angestoßen. Unsere Einrichtungsleiterin, Frau Funke, berichtete in einer Präsentation von der aktuellen Pflegesituation und dankte herzlich den MitarbeiterInnen aller Bereiche des Hauses für ihre Arbeit.

Anschließend gab es einen kleinen Einblick über den in Deutschland üblichen Spruch „Guter Rutsch“. Außerdem haben wir mit vielen Fotografien auf Erlebnisse des vergangenen Jahres zurückgeblickt und Einblicke in das neue Jahr gegeben. Auch Lieder und Gesang sind bei unserem Treffen nicht zu kurz gekommen. Und natürlich freuten sich alle über einen leckeren Imbiss. Zum Schluss haben alle Gäste einen Glückskeks-Spruch und Glückspfennig mit nach Hause genommen.
Wir freuen uns auf 2025!

Senioren als Autoren

Tagespflege Göttingen: Nachdem wir bereits mit einigen unserer SeniorInnen Gedichte verfasst haben, beschlossen wir gemeinsam, uns an eine kleine Kurzgeschichte heranzuwagen. Zunächst fand ein Brainstorming statt, in dem die SeniorInnen Person, Zeit und Ort festlegten. Dann ging es schon mit dem ersten Satz los. Wir wussten anfangs noch nicht, wohin uns die Reise führt. Alle brachten ihre Ideen ein, die abgewägt, weitergesponnen, abgelehnt oder entschieden wurden. So ging es Satz für Satz weiter. Dem Text wurde langsam Leben eingehaucht.

Eine Sitzung reichte dafür allerdings nicht. Wir brauchten mit Korrekturen vier Sitzungen, bis alle mit der Geschichte zufrieden waren. Und so einige Minuten gingen immer wieder mit großem Gelächter vorüber, wenn die Fantasien doch allzu sehr ausschweiften und ausuferten. Aber wir haben unser Ziel erreicht, das wir uns für 2024 vorgenommen hatten. Eine besondere Freude war es für die SeniorInnen, als sie ihre Geschichte in unserer aktuellsten Hauszeitung wiederfanden. Das war eine schöne Überraschung. So manche hatten mit über 80 das erste mal veröffentlicht. Es ist nie zu spät.